Lüftung nach DIN 1946-6

19. August 2016 Michael Trübswetter 2 Min.
Kategorie: Fachberichte → Bauwesen
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Die Mindestforderung der DIN 1946-6 nach einer benutzerunabhängigen Feuchteschutzlüftung bedeutet, dass in einem Haus oder einer Wohnung auch ohne einen aktiven Benutzer die entstehende Feuchte sicher abgeführt wird. Ansonsten drohen Überfeuchtung und Schimmelbildung. Um für das Gebäude den notwendigen Luftwechsel für den Feuchteschutz sicherzustellen ist Lüftungskonzept zu erstellen. Seit dem Mai 2009 ist ein Lüftungskonzept Pflicht wenn:

  • mehr als 1/3 der Fenster getauscht werden
  • mehr als 1/3 der Dachfläche oder Fassade erneuert werden
  • bei allen Neubauten

Die Ziele der Lüftungsnormen konzentrieren sich im Wesentlichen auf folgende Punkte:

  • Festlegung von Grenzwerten und Berechnungsmethoden für die notwendigen Mindestanforderungen beim Luftaustausch
  • Bestimmung eines Nachweisverfahrens (das Lüftungskonzept), um festzustellen, ob für ein Gebäude eine lüftungstechnische Maßnahme erforderlich ist oder nicht
  • Mit Hilfe des Lüftungskonzepts soll ebenfalls ermittelt werden, wie die lüftungstechnische Maßnahme umzusetzen ist: manuell durch den Nutzer selbst, oder mit Hilfe einer Lüftungsanlage.

Kernstück der DIN 1946-6: Unterscheidung von vier Lüftungsstufen

Lüftung zum Feuchteschutz

Diese Lüftungsstufe soll eine ausreichende Lüftung des Gebäudes in Abhängigkeit des jeweiligen Wärmeschutzniveaus gewährleisten. Ziel ist die Vermeidung von Bauschäden durch Feuchtigkeit auch bei zeitweiliger Abwesenheit der Bewohner und reduzierten Feuchtelasten. Diese Lüftung muss also ständig und nutzerunabhängig sicher gestellt sein.

Reduzierte Lüftung

Auch diese Stufe ist weitestgehend nutzerunabhängig. Hier soll gewährleistet werden, dass bei kurzfristiger Abwesenheit der Bewohner (Arbeit etc.) der hygienische Mindeststandard und Bautenschutz erfüllt wird.

Nennlüftung

Bei normaler Nutzung der Wohnung beschreibt die Nennlüftung die notwendige Luftzufuhr zur Einhaltung hygienischer und gesundheitlicher Standards sowie zum Bautenschutz. Die Nennlüftung kann den Bewohner durch Fensterlüftung teilweise aktiv mit einbeziehen.

Intensivlüftung

Durch die Intensivlüftung sollen Lastspitzen durch Kochen, Waschen etc. abgebaut werden. Auch hier kann der Nutzer mit aktiver Fensterlüftung mit eingerechnet werden.

Grundlagen

In die Berechnungsgrundlagen der Lüftungsstufen nach DIN 1946-6 fließen der Dämmstandard und die Lage des Gebäudes mit ein. Damit werden Undichtheiten in der Gebäudehülle erfasst, zu erwartende Belastungen anhand der Wohnfläche berücksichtigt und die natürliche Luftinfiltration aufgrund der Windbelastung geschätzt.

Ist dem erstellten Lüftungskonzept zufolge die natürliche Luftzufuhr nicht ausreichend um die Lüftung zum Feuchteschutz zu garantieren, müssen zusätzliche lüftungstechnische Maßnahmen (LtM) vorgesehen werden.